Auch wenn die digitale Fotografie heute als selbstverständlich und als Standard betrachtet wird, so ist sie doch noch gar nicht so alt. Die erste echte Digitalkamera wurde erst 1991 vorgestellt. Davor waren Fotos fast nur auf analogem Wege mit Hilfe eines lichtempfindlichen Films zu erstellen. Beim Film selbst wird noch zwischen Positiv- und Negativfilmen unterschieden. Während Negativfilme nach der Entwicklung auf ein Fotopapier ausbelichtet werden müssen, um eine korrekte Bilddarstellung zu erreichen, können Diafilme, auch als Umkehrfilme bekannt, direkt angesehen werden. Dazu wird meist ein Projektor benutzt, der das Bild vergrößert an die Wand projiziert.

Auch wenn seit der Jahrtausendwende die Ära der analogen Fotografie langsam zu Ende geht, so gibt es doch einige Vorteile zu verzeichnen:

  • Analoge Kameras sind sehr ausgereift und besitzen kaum mehr Mängel.
  • Der Energiebedarf ist extrem gering, da hier keine großen Energieverbraucher, wie Displays und DSPs eingesetzt werden.
  • Filme sind nach dem Entwickeln bei richtiger Lagerung sehr dauerhaft und können nicht versehentlich gelöscht werden.
  • Analoge Kompaktkameras sind extrem einfach zu handhaben.
  • Filme bieten einen gestalterischen Freiraum durch Auswahl verschiedener Filmtypen.
  • Professionelle Filme können sehr hohe Auflösungen und einen weitreichenden Dynamikumfang liefern.
  • Analoge Kameras sind robust und dauerhaft. Sie haben aufgrund nur geringen Elektronikeinsatzes ein potentiell deutlich niedrigeres Ausfallrisiko.

Meine erste - zugegeben sehr simple - Kamera bekam ich bereits als Kind von meinen Eltern geschenkt. Es handelte sich um eine AGFA Agfamatic Pocket 4000. Die Kleinstbildkamera benutzte Pocketfilm vom Typ 110 und konnte "Blitzwürfel" mit vier Blitzpatronen aufstecken. Natürlich hielt sich die Auflösung in Grenzen aufgrund des kleinen Filmformats, aber die Bedienung war wirklich sehr einfach: Auseinanderziehen, durch den Sucher schauen, den großen Auslöseknopf drücken und wieder zusammenschieben. Das betätigte auch gleichzeitig den damit verbundenen mechanischen Filmtransport. Wer über das System gibt's im Artikel zur Agfamatic bei Wikipedia.

Später bekam ich dann die von meinem Vater abgelegte vollmanuelle Spiegelreflexkamera "Voigtländer Bessamatic" vermacht. Mit dieser Kleinbild-Kamera ging es dann mein Fotohobby erst richtig los. Trotz Technik aus den 60er Jahren macht diese Kamera auch heute noch gute Bilder, was wohl nicht zuletzt an den Objektiven mit Festbrennweite liegt! Einfache Bedienung und gute eingebaute Belichtungsmesstechnik machte das Fotografieren zum Kinderspiel. Interessant ist, dass diese Kamera völlig ohne Batterien auskommt - im Gegensatz zu allen heutigen Apparaten. Mehr über diese Kamera gibts auch hier als Artikel zur Bessamatic bei Wikipedia. Die Kamera ist auch heute noch in meinem Besitz. In meiner Schulzeit benutze ich die Bessamatic übrigens auch für mein Wahlfach "Fotografie". Hier entwickelten wir unsere eigenen Schwarz-Weiß-Filme und belichteten die Bilder aus.

Ebenfalls von meinem Vater bekam ich dann seine wiederum abgelegte Minolta 7000 - die erste Autofokus-Spiegelreflexkamera der Welt, erschienen 1985! Diese Kamera war meine erste programmgesteuerte Kamera und dazu noch mit automatischem Fokus. Hier verwendete ich auch zum ersten Mal ein Zoom-Objektiv und ein Systemblitzgerät. Mit dieser Kamera hatte ich dann auch den Weg zum Minolta-A Bajonettsystem eingeschlagen, was meine zukünftige Kamerawahl beeinflussen sollte. Hier gibt's den Artikel zur Minolta 7000 bei Wikipedia.

Nachdem die Minolta 7000 noch gute Dienste getan hatte, kaufte ich um die Jahrtausendwende dann einen Quantensprung in Technik und Stabilität: Die Minolta Dynax 9. Das um die 1000 g schwere Vollmetallgehäuse macht alles mit und beinhaltet professionelle Technologie. Fortan schleppte ich zwar einiges an Gewicht mit mir herum, jedoch liesen sich die Ergebnisse sehen. Durch den Einsatz professioneller Filme, wie die Diafilme Fuji Velvia 50 und Profia 100, Kodak E100VS, den Negativfilm Fuji Superia Reala 100 und professionelle Portraitfilme konnten Kamera und Objektive ihre ganze Leistungsfähigkeit ausspielen. Neben einigen Festbrennweiten setze ich auch Zoom-Objektive ein. Dies war und ist meine letzte Investition in eine Analogkamera. Weitere Information bei Wikipedia im Artikel zur Dynax 9.

Wenn man über Dias spricht, muss man auch über die entsprechende Projektion der guten Stücke sprechen. Denn der beste Diafilm nützt nichts, wenn der Projektor all die Details und Farben nicht getreu wiedergibt. Zu diesem Zweck verwende ich einen Leica Pradovit P300 Diaprojektor mit Super Colorplan Objektiv. Man nehme einige Urlaubsbilder, fotografiere mit Polarisationsfilter auf z.B. Fuji Velvia, entwickle und rahme die Dias und projiziere diese mit einem guten Projektor auf eine gute Leinwand - und schon wird man zurückkatapultiert an den Ort der Aufnahme, denn die Auflösung und die Farben sind einfach unglaublich! Meiner Meinung nach kommen heutige (bezahlbare) Beamer noch überhaupt nicht an die Bildqualität eines hochwertigen Diaprojektors heran. Eine Diashow ist zwar immer mit einigem Aufwand verbunden, jedoch wird man dafür dann auch belohnt.

Zum Seitenanfang