Die erste wirkliche Digitalkamera wurde erst 1991 vorgestellt und doch haben diese Kameras heute bereits fast den gesamten Fotomarkt erobert. Viele Kamerahersteller bauen bereits keine analogen Modelle mehr. Andere, früher unbekannte Hersteller, kamen mit den Digitalkameras überhaupt erst auf den Markt, denn eigentlich sind Digitalkameras kleine Hochleistungsrechner, die in kürzester Zeit jede Menge Daten verarbeiten müssen, nachdem man auf den Auslöser gedrückt hat. Und nicht nur das: Heute erwartet man die intelligente Erkennung von Gesichtern, Videoaufnahmen und vieles mehr. Fast jedes Mobiltelefon und praktisch jedes Smartphone und Tablet hat heute eine Digitalkamerafunktion eingebaut. Trotzdem gibt es große Unterschiede zwischen den vielen Modellen.

  • Digitalkameras erlauben ein sofortiges Beurteilen des Ergebnisses.
  • Es gibt unzählige kleine Helferchen in den verschiedenen Modellen, z.B. Motiv-Voreinstellungen, Bewegungs-, Gesichts- und Lächelerkennung, integrierte Bildnachbearbeitung, z.B. Ausrichten und Entzerren von Dokumentfotografien, HDR- und Panoramafunktionen etc.
  • Die Farbabstimmung des Bildes ist nicht mehr vom Film abhängig, sondern wird über den Weißabgleich der Kamera vorgenommen.
  • Intelligente Software macht gerade Kompaktkameras einfach zu handhaben.
  • DSLR-Kameras und einige spiegellose Kameras bieten sogar eine Aufnahme im Rohdatenformat, was weitreichende und sehr flexible Weiterverarbeitung ermöglicht. Diese Datenformat ist auch bei einigen sehr hochwertigen Kompaktkamera verfügbar.
  • Hochwertige Kameras können sehr hohe Auflösungen und einen weitreichenden Dynamikumfang liefern, die dem Auflösungsvermögen von Filmen mittlerweile überlegen sind.
  • Heutige Kompaktkameras können extrem klein und handlich sein.
  • Keine Beschränkung mehr auf die nur 36 Bilder eines Films. Die Anzahl der möglichen Bilder hängt lediglich von der Größe der eingesetzten Speicherkarte ab. Speicherkarten sind klein und handlich.
  • Umfangreiche Nachbearbeitungsmöglichkeiten am Computer
  • Einfache Bilddruckbestellung über das Internet oder an Automaten. Es werden nur die Bilder gedruckt, die man ausgesucht hat - ohne jeglichen "Blindflug" wie bei Filmen.
  • Jeder, der einen Computer besitzt, kann heute mittels eines Fotodruckers sein eigenes "Fotolabor" aufbauen und Bilder in Ausbelichtungsqualität selbst drucken.
  • Bilder können bequem am Bildschirm (PC oder sogar Flachbildfernseher) oder in digitalen Bilderrahmen betrachtet werden.
  • Bilder, die nicht gefallen oder misslungen sind, können wieder gelöscht werden.

In der digitalen Welt sind die schönsten Erinnerungen, z.B. Urlaubs- und Hochzeitfotos, nichts als eine Ansammlung von Einsen und Nullen auf einem Speichermedium. Es ist zwar sehr komfortabel, Bilder einfach wieder löschen zu können, jedoch kann das auch schnell zum Albtraum werden: Ein kleiner Defekt der Speicherkarte oder schlimmer noch der Festplatte im Computer und die wertvollen Erinnerungsstücke sind einfach weg! Wer dann keine Sicherungskopie auf einer externen Festplatte, auf CDs oder DVDs hat, der wird schnell verstehen, was das Wort "endgültig" bedeutet. In der Analogfotografie hatte man zumindest noch das Negativ und konnte eine neue Ausbelichtung bestellen. Im Digitalbereich kommt man um eine vernünftige Datensicherung nicht herum. Wer nicht sichert, wird irgendwann bestraft. Ein weiteres Problem ist das Datenformat. Während man auch heute noch ein 50 Jahre altes Dia problemlos ansehen kann, ist nicht absehbar, ob man das Digitalbild von heute in 50 Jahren überhaupt noch öffnen kann. Angesichts der rasanten Entwicklung bei den Datenträgern und Computern, bei Software und Kameratechnik, ist es keineswegs sicher, dass man in einigen Jahren die alten Daten überhaupt noch nutzen kann. Man denke an z.B. 5,25"-Diskettenlaufwerke, MO-Laufwerke etc.! Und wer kann heute noch eine Datei der Textverarbeitung von 1995 problemlos öffnen?

Wie man sieht, befreit die Digitaltechnik nicht von der sorgsamen Pflege des Bildarchivs. Im Gegenteil, man muss es hegen und pflegen, immer wieder prüfen, sichern, eventuell in aktuelle Dateiformate konvertieren und sortieren. Da man bei Digitalkameras auch gerne mal zum "Knipsen" neigt, entstehen häufig auch eine hohe Anzahl an Bildern. Hier kann man schnell die Übersicht verlieren.

Im Hinblick auf eine vernünftige Backup-Strategie bieten sich heute USB-Festplatten an. USB 3.0 ermöglichst ein schnelles Sichern selbst großer Bildarchive. Es empfehlen sich zwei externe Festplatten, auf die immer abwechselnd gesichert wird. Durch den Einsatz einer guten Backup-Software kann man mehrere Versionen für eine definierte Zeit erhalten.

In den letzten Jahren hat sich die Anzahl der Bildpunkte permanent erhöht. Heutzutage gibt es Kameras mit über 20 Megapixeln Auflösung. Man möchte meinen, dass durch eine höhere Pixelzahl auch eine höhere Auflösung resultiert. Jedoch ist das so nicht richtig. Das Problem ist, dass immer mehr Pixel auf die gleiche Sensorgröße gestopft werden. Das bedeuted, dass immer weniger Fläche pro Pixel auf dem Sensor zur Verfügung stehen. Weniger Fläche bedeutet aber auch weniger Licht pro Pixel. Bei weniger Licht muss aber das Sensorsignal mehr verstärkt werden - und das resultiert in Bildrauschen! Dieses Bildrauschen will natürlich keiner sehen und so muss die Software im Gerät immer stärkere Rauschunterdrückungskorrekturen vornehmen. Wer einmal ein verrauschtes Bild im Bildbearbeitungsprogramm "entrauscht" hat, der weiß, dass dies nicht ohne Verlust in der Schärfe und in den Details funktioniert. Jede Korrektur entfernt auch immer Dinge, die nicht entfernt werden sollen. Und die sind dann unwiederbringlich verloren. Je kleiner der Bildsensor bei gleicher Pixelzahl ist, desto drastischer ist die Auswirkung.

Folgt man dieser Argumentation, so muss man sich gerade im Kompaktkamerabereich die Frage stellen, welchen Sinn Auflösungen von 12 oder 14 MPixel dann haben? Denn gerade in diesem niederpreisigen Segment sind auch die Objektive oft von fragwürdiger Qualität, was das Problem noch verschärft. Macht man das gleiche Bild mit einer 6 MP-Kamera und mit einer 14 MP-Kamera, so erhält man zwar mit letzterer eine höhere Pixelauflösung, jedoch offenbart sich bei näherem Betrachten am PC, dass es sich dabei oft nur um matschigen Brabbs handelt. Die optische Auflösung der Details ist also keineswegs besser! Wozu das also? Eine sehr wahrscheinliche Antwort ist: Weil der Kunde das so will. Und so geht der unsinnige Wettlauf immer weiter.

Ein genereller Tipp kann also nur sein: Wählt man eine Kompaktkamera, so reichen 8 - 10 MP Auflösung völlig aus. Man investiert lieber in eine Kamera mit einem besonders guten und lichtstarken Objektiv - denn man kann es ja nicht wechseln! Davon hat man dann Vorteile bei schlechten Lichtverhältnissen am Abend oder in Räumen. Ein optischer Bildstabilisator ist auch vorteilhaft.

Im DSLR-Bereich sieht die Sache schon anders aus: Hier sind die Sensoren so groß, dass mehr Pixel sich nicht so nachteilig auswirken. Der limitierende Faktor ist häufig eher das Objektiv! Die meisten 08/15 Zoom-Objektive lösen ohnehin nicht weiter als bis 10 MP auf. Hier bleibt alles wie in der Analogfotografie: Wer eine sehr gute Bildqualität haben möchte, muss also möglichst viel Geld in passende Objetive investieren. Heutige hochauflösende Vollformatsensoren der Profi-DSLR überfordern die meisten älteren Objektive massiv. Leider sind die DSLR meist für ambitionierte Fotografen gemacht - erfordern also etwas mehr Übung im Umgang mit Fotoapparaten. Auf der anderen Seite wird wohl kaum jemand eine DSLR herumschleppen, der nur schnell etwas knipsen möchte.

Mein erster Kontakt zu eigenen digitalen Bilddaten war keineswegs eine Digitalkamera, sondern ein Scanner! Angefangen hatte ich mit einem Umax Astra 1220S Flachbettscanner, wollte dann aber mehr Qualität. Dies kann man aber nicht über des Scan von Ausbelichtungen erreichen, sondern man muss die Quelle scannen: Den Film!

Mit meinem ersten Filmscanner, dem Nikon Coolscan III, konnte ich schon lange vor den Digitalkameras meine Negative und Dias mit 10 MP Auflösung scannen. Vorteil der Coolscan-Serie: Man kann dank Digital-ICE-Verfahren praktisch verlustlos Staub und Kratzer aus dem Scan herausrechnen lassen, was später in der Nachbearbeitung enorm viel Zeit spart. Zudem konnte der Scanner auch mit dem hohen Dichteumfang der Profi-Diafilme umgehen. Mittels eines solchen Scanners kann man selbst Dias aus dem Jahre 1965 digitalisieren und dann restaurieren. Deshalb benötigte ich lange Zeit noch keine Digitalkamera, obwohl diese schon etabliert waren.

Meine erste Digitalkamera war nur für Schnappschüsse gedacht. Deshalb hatte ich mich im Jahr 2003 für eine Kompaktkamera von Nikon entschieden: Der Coolpix 3100. Mit ihren 3,2 MP Auflösung konnte man schon recht gute Prints erreichen. Die Kamera macht auch heute noch erfolgreich Bilder, auch wenn sie mit den Akkus etwas zickt.

Im Jahr 2005 sprang ich dann auch im Spiegelreflexbereich auf den Digitalzug auf: Eine Konica-Minolta Dynax 7D musste her! Nach langem Zögern hatte Ende 2004 endlich auch Minolta für sein A-Bajonett eine DSLR vorgestellt. Die Dynax 7D beruhte auf dem analogen Erfolgsmodell Dynax 7 und wartete mit semi-professionellen Features auf, wie Metallgehäuse, schnell zugängliche Einstellräder, bis zu 3 Bilder pro Sekunde und vieles mehr. Ein besonderer Vorteil: Es war die erste DSLR mit aktivem Verwacklungsschutz durch CCD-Shift! Dadurch hat man selbst mit dem ältesten Objektiv einen wirksamen Schutz - im Gegensatz zu den anderen Herstellern, bei denen der Antishake im Objektiv verbaut ist (Lens-shift). Mit 6 MP Auflösung entsprach die 7D ihrer Zeit. Diese Kamera ist auch heute noch meine aktuelle DSLR. Weitere Informationen in Artikel zur Dynax 7D bei Wikipedia.

Leider hat das japanische Traditionsunternehmen Konica-Minolta im Jahr 2006 sein Kamerageschäft aufgegeben. Glücklicherweise wurde es von Sony gekauft. Sony führt das das A-Bajonett jetzt unter als "Alpha-Bajonett" weiter. Die Sony-Alpha DSLR-Serie ist also die direkte Weiterführung der Konica-Minolta Fototechnologie. Alle Objektive mit A-Bajonett passen auch an die Sony-DSLR.

Beim Verwenden vorhandener Objektive einer analogen SLR an einer digitalen SLR muss man deren Sensorgröße beachten! Nur bei Vollformatsensoren (24 x 36 mm) bleibt die effektive Brennweite gleich! Bei den meisten DSLR werden jedoch kleinere Sensoren eingesetzt, z.B. im APS-C-Format, wie bei der Dynax 7D. Hier muss man den Umrechnungsfaktor (Crop-Faktor) von 1,5 beachten, da der kleinere Sensor natürlich nur einen Ausschnitt des Kleinbildformats einfangen kann! Alle Brennweiten muss man mit diesem Faktor multiplizieren. Das ist eine super Sache bei den Telebrennweiten, jedoch ein Drama bei den Weitwinkelobjektiven: Ein 24 mm Weitwinkel hat plötzlich 36 mm Brennweite (im Vergleich zum Kleinbild- bzw. Vollformat), was für einen Fotografen überhaupt nicht lustig ist. Ich selbst habe das Problem durch den Kauf eines Weitwinkel-Zooms mit 17-35 mm / 2,8-4 kompensiert. Damit habe ich an der Dynax 9 ein Superweitwinkelobjektiv und an der Dynax 7D ein 25,5 mm Weitwinkel, was sich als ausreichend erwiesen hat. In das APS-C Objektiv 11-18 mm wollte ich nicht investieren, denn das kann ich nicht an der Dynax 9 einsetzen. Außerdem könnte der spätere Nachfolger der Dynax 7D vielleicht auch eine Sony Alpha mit Vollformatsensor sein!

Im Jahr 2006 ersetzte ich die Nikon Coolpix 3100 durch eine Casio Exilim EX-Z850 mit 8 MP Auflösung. Die Kamera ist schnell und vielseitig, hat jedoch den Nachteil eines recht hohen Bildrauschens bei dunklen Szenen oder höheren ISO-Einstellungen.

Die Casio EX-Z850 ging im Jahr 2010 defekt. Plötzlich funktionerte der Fokus nicht mehr. Scheinbar ist das Problem mechanischen Ursprungs, da der Fokusmotor zwar arbeitet, aber blockiert wird. So viel zum Thema Haltbarkeit bei diesen Consumerprodukten.

Schließlich hatte ich einen Ersatz für die EX-Z850 gefunden: Eine Sony DSC-HX5V mit 10 MP Auflösung und 25 mm Weitwinkelobjektiv. Das G-Objektiv bietet für eine Kompaktkamera eine recht hohe optische Qualität und der optische Bildstabilisator sorgt für scharfe Bilder, auch wenn die Hand mal nicht so ruhig ist. Nebenbei nimmt die Kamera noch sehr passable HD-Videos auf inklusive Stereoton auf. Klar, es ist kein hochwertiger Camcorder, aber die Ergebnisse lassen sich sehen. Interessant ist auch die Funktion des Schwenkpanoramas, mit der man mit einer Schwenkbewegung ein Panoramabild in Full-HD-Bildhöhe durch die Kamera erstellen lassen kann. Das macht in der nachträglichen Bildbearbeitung normalerweise viel Arbeit. Die Kamera ist alles in allem wirklich gelungen.

Trotz all ihrer Vorteile ist und bleibt die DSC-HX5V eine Kompaktkamera. Und auch der EXMOR-R Sensor kann seine, im Vergleich zu DSLR-Kameras, winzige Größe nicht verbergen: Die Details in den Bildern lassen auch bei niedriger ISO-Einstellung etwas zu wünschen übrig. Und wenn die ISO-Zahl nur ein klein wenig höher gewählt wird, dann gibt's viel Rauschen, das noch viel verlustreicher kompensiert werden muss. Die Kompaktkamera ist eine "Immerdabei-Kamera" für mich, für gute Fotos bleibe ich aber lieber bei der DSLR.

Unverhofft hatte ich gleich zu Anfang des Jahres 2011 aufgrund eines "unwiderstehlichen Preises" im DSLR-Bereich aufgerüstet und eine Sony Alpha A850 erworben. Mit dieser Kamera bin ich nun endlich wieder zurück im Kleinbildformat, da der Sensor Vollformat hat und Bilder eben mit dem gleichen Bildkreis eingefangen werden wie auf Kleinbildfilm. Die mächtigen 24 Megapixel Sensorauflösung holen das letzte aus selbst außergewöhnlich guten Objektiven raus. Durch die im Gehäuse integrierte Antishake-Funktion profitieren alle Objektive. Technische Daten und Bewertungen gibt's ja zu genüge im Internet.

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