In den letzten Jahren hat sich die Anzahl der Bildpunkte permanent erhöht. Heutzutage gibt es Kameras mit über 20 Megapixeln Auflösung. Man möchte meinen, dass durch eine höhere Pixelzahl auch eine höhere Auflösung resultiert. Jedoch ist das so nicht richtig. Das Problem ist, dass immer mehr Pixel auf die gleiche Sensorgröße gestopft werden. Das bedeuted, dass immer weniger Fläche pro Pixel auf dem Sensor zur Verfügung stehen. Weniger Fläche bedeutet aber auch weniger Licht pro Pixel. Bei weniger Licht muss aber das Sensorsignal mehr verstärkt werden - und das resultiert in Bildrauschen! Dieses Bildrauschen will natürlich keiner sehen und so muss die Software im Gerät immer stärkere Rauschunterdrückungskorrekturen vornehmen. Wer einmal ein verrauschtes Bild im Bildbearbeitungsprogramm "entrauscht" hat, der weiß, dass dies nicht ohne Verlust in der Schärfe und in den Details funktioniert. Jede Korrektur entfernt auch immer Dinge, die nicht entfernt werden sollen. Und die sind dann unwiederbringlich verloren. Je kleiner der Bildsensor bei gleicher Pixelzahl ist, desto drastischer ist die Auswirkung.

Folgt man dieser Argumentation, so muss man sich gerade im Kompaktkamerabereich die Frage stellen, welchen Sinn Auflösungen von 12 oder 14 MPixel dann haben? Denn gerade in diesem niederpreisigen Segment sind auch die Objektive oft von fragwürdiger Qualität, was das Problem noch verschärft. Macht man das gleiche Bild mit einer 6 MP-Kamera und mit einer 14 MP-Kamera, so erhält man zwar mit letzterer eine höhere Pixelauflösung, jedoch offenbart sich bei näherem Betrachten am PC, dass es sich dabei oft nur um matschigen Brabbs handelt. Die optische Auflösung der Details ist also keineswegs besser! Wozu das also? Eine sehr wahrscheinliche Antwort ist: Weil der Kunde das so will. Und so geht der unsinnige Wettlauf immer weiter.

Ein genereller Tipp kann also nur sein: Wählt man eine Kompaktkamera, so reichen 8 - 10 MP Auflösung völlig aus. Man investiert lieber in eine Kamera mit einem besonders guten und lichtstarken Objektiv - denn man kann es ja nicht wechseln! Davon hat man dann Vorteile bei schlechten Lichtverhältnissen am Abend oder in Räumen. Ein optischer Bildstabilisator ist auch vorteilhaft.

Im DSLR-Bereich sieht die Sache schon anders aus: Hier sind die Sensoren so groß, dass mehr Pixel sich nicht so nachteilig auswirken. Der limitierende Faktor ist häufig eher das Objektiv! Die meisten 08/15 Zoom-Objektive lösen ohnehin nicht weiter als bis 10 MP auf. Hier bleibt alles wie in der Analogfotografie: Wer eine sehr gute Bildqualität haben möchte, muss also möglichst viel Geld in passende Objetive investieren. Heutige hochauflösende Vollformatsensoren der Profi-DSLR überfordern die meisten älteren Objektive massiv. Leider sind die DSLR meist für ambitionierte Fotografen gemacht - erfordern also etwas mehr Übung im Umgang mit Fotoapparaten. Auf der anderen Seite wird wohl kaum jemand eine DSLR herumschleppen, der nur schnell etwas knipsen möchte.

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