Mein erster Kontakt zu eigenen digitalen Bilddaten war keineswegs eine Digitalkamera, sondern ein Scanner! Angefangen hatte ich mit einem Umax Astra 1220S Flachbettscanner, wollte dann aber mehr Qualität. Dies kann man aber nicht über des Scan von Ausbelichtungen erreichen, sondern man muss die Quelle scannen: Den Film!

Mit meinem ersten Filmscanner, dem Nikon Coolscan III, konnte ich schon lange vor den Digitalkameras meine Negative und Dias mit 10 MP Auflösung scannen. Vorteil der Coolscan-Serie: Man kann dank Digital-ICE-Verfahren praktisch verlustlos Staub und Kratzer aus dem Scan herausrechnen lassen, was später in der Nachbearbeitung enorm viel Zeit spart. Zudem konnte der Scanner auch mit dem hohen Dichteumfang der Profi-Diafilme umgehen. Mittels eines solchen Scanners kann man selbst Dias aus dem Jahre 1965 digitalisieren und dann restaurieren. Deshalb benötigte ich lange Zeit noch keine Digitalkamera, obwohl diese schon etabliert waren.

Meine erste Digitalkamera war nur für Schnappschüsse gedacht. Deshalb hatte ich mich im Jahr 2003 für eine Kompaktkamera von Nikon entschieden: Der Coolpix 3100. Mit ihren 3,2 MP Auflösung konnte man schon recht gute Prints erreichen. Die Kamera macht auch heute noch erfolgreich Bilder, auch wenn sie mit den Akkus etwas zickt.

Im Jahr 2005 sprang ich dann auch im Spiegelreflexbereich auf den Digitalzug auf: Eine Konica-Minolta Dynax 7D musste her! Nach langem Zögern hatte Ende 2004 endlich auch Minolta für sein A-Bajonett eine DSLR vorgestellt. Die Dynax 7D beruhte auf dem analogen Erfolgsmodell Dynax 7 und wartete mit semi-professionellen Features auf, wie Metallgehäuse, schnell zugängliche Einstellräder, bis zu 3 Bilder pro Sekunde und vieles mehr. Ein besonderer Vorteil: Es war die erste DSLR mit aktivem Verwacklungsschutz durch CCD-Shift! Dadurch hat man selbst mit dem ältesten Objektiv einen wirksamen Schutz - im Gegensatz zu den anderen Herstellern, bei denen der Antishake im Objektiv verbaut ist (Lens-shift). Mit 6 MP Auflösung entsprach die 7D ihrer Zeit. Diese Kamera ist auch heute noch meine aktuelle DSLR. Weitere Informationen in Artikel zur Dynax 7D bei Wikipedia.

Leider hat das japanische Traditionsunternehmen Konica-Minolta im Jahr 2006 sein Kamerageschäft aufgegeben. Glücklicherweise wurde es von Sony gekauft. Sony führt das das A-Bajonett jetzt unter als "Alpha-Bajonett" weiter. Die Sony-Alpha DSLR-Serie ist also die direkte Weiterführung der Konica-Minolta Fototechnologie. Alle Objektive mit A-Bajonett passen auch an die Sony-DSLR.

Beim Verwenden vorhandener Objektive einer analogen SLR an einer digitalen SLR muss man deren Sensorgröße beachten! Nur bei Vollformatsensoren (24 x 36 mm) bleibt die effektive Brennweite gleich! Bei den meisten DSLR werden jedoch kleinere Sensoren eingesetzt, z.B. im APS-C-Format, wie bei der Dynax 7D. Hier muss man den Umrechnungsfaktor (Crop-Faktor) von 1,5 beachten, da der kleinere Sensor natürlich nur einen Ausschnitt des Kleinbildformats einfangen kann! Alle Brennweiten muss man mit diesem Faktor multiplizieren. Das ist eine super Sache bei den Telebrennweiten, jedoch ein Drama bei den Weitwinkelobjektiven: Ein 24 mm Weitwinkel hat plötzlich 36 mm Brennweite (im Vergleich zum Kleinbild- bzw. Vollformat), was für einen Fotografen überhaupt nicht lustig ist. Ich selbst habe das Problem durch den Kauf eines Weitwinkel-Zooms mit 17-35 mm / 2,8-4 kompensiert. Damit habe ich an der Dynax 9 ein Superweitwinkelobjektiv und an der Dynax 7D ein 25,5 mm Weitwinkel, was sich als ausreichend erwiesen hat. In das APS-C Objektiv 11-18 mm wollte ich nicht investieren, denn das kann ich nicht an der Dynax 9 einsetzen. Außerdem könnte der spätere Nachfolger der Dynax 7D vielleicht auch eine Sony Alpha mit Vollformatsensor sein!

Im Jahr 2006 ersetzte ich die Nikon Coolpix 3100 durch eine Casio Exilim EX-Z850 mit 8 MP Auflösung. Die Kamera ist schnell und vielseitig, hat jedoch den Nachteil eines recht hohen Bildrauschens bei dunklen Szenen oder höheren ISO-Einstellungen.

Die Casio EX-Z850 ging im Jahr 2010 defekt. Plötzlich funktionerte der Fokus nicht mehr. Scheinbar ist das Problem mechanischen Ursprungs, da der Fokusmotor zwar arbeitet, aber blockiert wird. So viel zum Thema Haltbarkeit bei diesen Consumerprodukten.

Schließlich hatte ich einen Ersatz für die EX-Z850 gefunden: Eine Sony DSC-HX5V mit 10 MP Auflösung und 25 mm Weitwinkelobjektiv. Das G-Objektiv bietet für eine Kompaktkamera eine recht hohe optische Qualität und der optische Bildstabilisator sorgt für scharfe Bilder, auch wenn die Hand mal nicht so ruhig ist. Nebenbei nimmt die Kamera noch sehr passable HD-Videos auf inklusive Stereoton auf. Klar, es ist kein hochwertiger Camcorder, aber die Ergebnisse lassen sich sehen. Interessant ist auch die Funktion des Schwenkpanoramas, mit der man mit einer Schwenkbewegung ein Panoramabild in Full-HD-Bildhöhe durch die Kamera erstellen lassen kann. Das macht in der nachträglichen Bildbearbeitung normalerweise viel Arbeit. Die Kamera ist alles in allem wirklich gelungen.

Trotz all ihrer Vorteile ist und bleibt die DSC-HX5V eine Kompaktkamera. Und auch der EXMOR-R Sensor kann seine, im Vergleich zu DSLR-Kameras, winzige Größe nicht verbergen: Die Details in den Bildern lassen auch bei niedriger ISO-Einstellung etwas zu wünschen übrig. Und wenn die ISO-Zahl nur ein klein wenig höher gewählt wird, dann gibt's viel Rauschen, das noch viel verlustreicher kompensiert werden muss. Die Kompaktkamera ist eine "Immerdabei-Kamera" für mich, für gute Fotos bleibe ich aber lieber bei der DSLR.

Unverhofft hatte ich gleich zu Anfang des Jahres 2011 aufgrund eines "unwiderstehlichen Preises" im DSLR-Bereich aufgerüstet und eine Sony Alpha A850 erworben. Mit dieser Kamera bin ich nun endlich wieder zurück im Kleinbildformat, da der Sensor Vollformat hat und Bilder eben mit dem gleichen Bildkreis eingefangen werden wie auf Kleinbildfilm. Die mächtigen 24 Megapixel Sensorauflösung holen das letzte aus selbst außergewöhnlich guten Objektiven raus. Durch die im Gehäuse integrierte Antishake-Funktion profitieren alle Objektive. Technische Daten und Bewertungen gibt's ja zu genüge im Internet.

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